Bei Gefährdung durch Spannungsrisse oder ähnliche Festigkeitsabminderungen sollte folgende Orientierung zur Bestimmung der zulässigen Dehnungen (εzul) für Behälterwerkstoffe (Kunststoffe) beachtet werden: 



Richtwertbereiche kritischer Dehnungen aus Prüfungen in Luftumgebung

Die nachfolgenden Bereichsangaben der kritischen Dehnung (εkrit) ergeben sich aus stoffstrukturellen Einflüssen und aus dem physikalischen Messprinzip der Prüfverfahren. Vom Anwender sollten Sie bei Konstruktionsberechnungen im Sinne der üblichen Sicherheitsbewertung für unterschiedliche Anforderungen und Risiken genutzt werden. 

Kritische Dehnungen sind keine polymerindividuellen Stoffkennwerte:


Polymere

Einsatztemperatur

εkrit [%]

Beispiele

Amorphe Thermoplaste (außer PS)

unter Tg

0,6 bis 0,9

PC, ABS, SAN, PVC-U, PMMA, SB, PSU, PESU, (PC+ABS), (PPE+SB)

Polystyrol

unter Tg

0,2 bis 0,3

PS

Teilkristalline Thermoplaste

unter Tg

0,4 bis 0,8

PA6 (t), PA66 (t), PA610 (t), PEEK

über Tg

1,5 bis 2,5

PA6 (nf), PA66 (nf), PA610 (nf), PP, PE-HD, POM

Glasfaserverstärkte Thermoplaste (über 15 % GF)

unter Tg

0,2 bis 0,3

Alle Thermoplaste

über Tg

0,3 bis 0,5

Glasmattenverstärkte Duroplaste (über 10 % GM)

0,3 bis 0,5

UP, EP

Duroplastische Press- und Spritzgussstoffe

(0,2 bis 0,3) εB

Alle Typen nach DIN EN ISO 14526 bis 14530 (PMC) sowie nach DIN EN 14598 (BMC, SMC)

  • Tg: Glastemperatur der amorphen Polymerphase 
  • εB: Bruchdehnung nach DIN EN ISO 527
  • (t): trocken 
  • (nf): normalfeucht