Die Basis für die (Form)Teil-Entwicklung, Werkzeugkonstruktion und Fertigung sind (Form)Teil-Einsatzbedingungen bzw. -Anwendungsbedingungen (AWB). Sofern für die Funktion der Teile Maßänderungen zeitlich nach der Fertigung von Bedeutung sind, müssen diese bei der Festlegung der Maßlage, Maßverschiebung und Maßstreuung berücksichtigt werden


Ausgehend von anwendungsbedingten bzw. funktionalen Anforderungen an Maße, Toleranzen und Passungen müssen die Werte auf die jeweils andere Maßbezugsebene transformiert werden.


Es werden die folgenden zwei Maßbezugsebenen unterschieden:


    • Abnahmebedingungen der Fertigung (ABF)
    • Anwendungsbedingungen (AWB)


Die Maßbezugsebenen sind folgendermaßen definiert:


    • AWB: Anwendungsbedingungen (alle Nutzungs- und Lagerungsbedingungen während des Anwendungszeitraumes und nach der Fertigung, sofern sie sich auf die Maßhaltigkeit und Funktionserfüllung auswirken)
    • ABF: Abnahmebedingungen der (Form)Teilfertigung (wenn Formteile nach der Fertigung bis zur Abnahme bei 23°C ± 2K und 50% ± 10% relative Luftfeuchte gelagert, sowie frühestens 16 Stunden und spätestens 72 Stunden nach der Herstellung geprüft werden)


Liegen z.B. die Maße unter Abnahmebedingungen der Fertigung (ABF) vor bzw. wurden entsprechend berechnet, dann können diese für Kunststoff-Formteile mittels der DIN ISO 20457 (auch Bestandteil dieser Software) zusätzlich bewertet werden. D.h., ob, wie und unter welchen Bedingungen die Maße, Toleranzen und Passungen unter ABF realisierbar sind. Das kann u.U. auch dazu führen, dass bereits getroffene Entscheidungen bezüglich (Form-)Teil-Werkstoff und/oder den Zulieferteilen präzisiert werden müssen. Dies wiederum bedingt ggf. Korrekturen/Präzisierungen bezüglich der Werkzeugkonstruktion. Es handelt sich also hierbei i.d.R. um einen iterativen Prozess.


Die Definition von Anwendungsbedingungen (AWB) und den ggf. daraus resultierenden (werkstoffabhängigen) Maßänderungen sind die Grundlage der Berechnung/Transformation auf die jeweils andere Maßbezugsebene. 


Maßänderungen (also vorher definierte AWB's) können:


    • dem (Form)Teil
    • dem jeweiligen Passungs-Bezugsteil und/oder
    • einzelnen Maßen zugeordnet werden (z.B. für Verschleiß, Dehnung, Stauchung)


Die Funktionen der Software sind nicht auf Kunststoffteile beschränkt. Zumal häufig die Anwendung von Kunststoffteile mit anderen Teilen aus anderen Werkstoffen in Kombination üblich ist (Passungen. Einlegeteile, ...). Also, auch für Bauteile aus anderen Werkstoffen ist die Software uneingeschränkt nutzbar.