Einleitung
Allgemeines
Sofern für die Funktion der (Kunststoff)Teile Maßänderungen zeitlich nach der Fertigung von Bedeutung sind, müssen diese bei der Festlegung der Maßlage, Maßverschiebung und Maßstreuung berücksichtigt werden.
Die Bestimmung von Maßänderungen bei Anwendungsbedingungen (AWB) erfordert die Berücksichtigung von Bedingungsparametern und Werkstoffkennwerten. Sofern die Nutzer nicht über entsprechende Eigenwerte und Erfahrungen verfügen, können sie sich eine Orientierungsgrundlage mit dem nachfolgend beschriebenen Bestimmungsschema erarbeiten. Dabei gilt der Grundsatz, dass zu jedem Zeitpunkt der Anwendungszeit die funktional erforderliche Maßhaltigkeit zu gewährleisten ist.
Wegen der Temperaturabhängigkeit der Kennwerte müssen ggf. Bezugstemperaturen beachtet werden. Werkstoffkennwerte können aus Datenblätter der Hersteller oder anderen Quellen entnommen werden. Auch in der Software sind eine große Anzahl von Kunststoffhandelstypen integriert.
Die Bedingungsparameter ergeben sich durch die konkrete Anwendungsumgebung der Teile. Dazu gehören die Raumklimate, die Freiluftklimagebiete der Erde sowie spezielle Anwendungsbedingungen durch Wärmequellen (z.B. Motorwärme, Glashauseffekt, Heizwärme) und Wärmesenken (z.B. Kühlgeräte, Kühlräume).
Relative Maßänderungen nach den Abnahmebedingungen der Fertigung (ABF)
Beliebig viele und verschiedenartige Verläufe der Maßänderungen in der Anwendungszeit werden durch die Extremwerte εmax und εmin begrenzt.

Bei Annahme von normalverteilten Verläufen wird die mittlere relative Maßverschiebung und die relative Maßstreuung berechnet.
Falls Maßänderungen durch mechanische Beanspruchungen zu beachten sind, müssen diese nach Dehnung und Stauchung differenziert werden. Desgleichen sind eventuelle Verschleißangaben durch Verschleißraten V in %, unterschieden für Innenteile (Wellen) und Außenteile (Bohrungen), zu berücksichtigen.
Berechnungs-Module als Unterstütung zur Festlegung von Anwendungsbedingungen sind in der Software integriert.