Anwendungsbereich
ISO 20457/DIN 16742 dient zur Festlegung fertigungstechnisch möglicher Toleranzen (Fertigungstoleranzen) und zum Vergleich mit Funktionstoleranzen, um die Erreichbarkeit einer konstruktiv erforderlichen Maßgenauigkeit zu überprüfen.
Erfasste Toleranzen: Grenzabmaße für Größenmaße (Zweipunktmaße) als indirekte Tolerierung (Allgemeintoleranzen) und als direkte Tolerierung (Abmaßangabe am Nenngrößenmaß).
Zur Tolerierung von Form- und Lageabweichungen mit Profilformtoleranzen als Allgemeintoleranzen und Positionstoleranzen für die direkte Tolerierung durch zylindrische Toleranzzonen.
Verfahrenstechnische Grundlagen: Urformverfahren mit allseitig geschlossenen Werkzeugen, wie Spritzgießen, Spritzprägen, Spritzpressen und Pressen von nicht porösen Formteilen aus Thermoplasten, thermoplastischen Elastomeren und Duroplasten sowie das Rotationsformen von Thermoplasten. Für spezielle Verfahrensvarianten der vorstehend benannten Verfahren ist eine sinngemäße Anwendung der Norm nach Vereinbarung mit dem Formteilhersteller möglich.
Normativ nicht erfasst: Poröse Formstoffe (z. B. Schaumstoffe) sowie andere Verarbeitungs- und Bearbeitungsverfahren. Gleiches gilt auch für Verfahrenskombinationen aus Urform- und Umformverfahren (z. B. Spritzgießblasen, Spritzgießstreckformen).
Abweichungen von der Formteiloberflächenqualität, wie Einfallstellen, unerwünschte Fließstrukturen und Rauheiten sowie Bindenähte sind nicht Gegenstand der Norm.
Werden Toleranzen außerhalb des Geltungsbereichs der Norm gefordert, sind diese mit dem Formteilhersteller zu vereinbaren und auf der Zeichnung zu spezifizieren.