PolSelec - Werkstoff-Kennzeichnung
Formaler Rahmen der Kurzzeichenschreibweise ist das nachstehende mit Beispielen versehene, dreigliedrige Datenblocksystem:
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Feld 1 |
Feld 2 |
Feld 3 |
Feld 4 |
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PP |
-B |
-HI |
-FR |
V0 |
T20+GF10 |
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(PC+ABS) |
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VST/B130±5 |
GF15±5 |
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S/B |
-T |
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PE |
-UHMW |
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CG+AL-D |
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PF31.5 |
-N |
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Hgw2082 |
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PA6 |
-G |
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UP |
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-CR |
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GM30 |
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EP |
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(GF+M)65±5 |
Block 1
Der 1. Block kann erforderlichenfalls aus vier Feldern aufgebaut werden, die jeweils durch "-" voneinander getrennt sind. Im 1. Feld wird das Basispolymer durch Kurzzeichen nach DIN 7728 bzw. nach zukünftig gültiger DIN-ISO-Norm eingetragen. Bei Polymermischungen (Blends) wird das Polymer mit dem größten Masseanteil an erster Stelle geschrieben. Nach diesem Grundpolymer wird dann die Mischung den charakteristischen Polymergruppen in PolSelec zugeordnet. Ergänzend kann die Blendzusammensetzung durch Masseprozente am jeweiligen Polymerkurzzeichen angegeben werden, z.B. (PC+ABS35).
In Deutschland bereits verbindlich festgelegte Kunststofftypkurzzeichen für härtbare Formmassen und Schichtstoffe werden entsprechend der jeweils gültigen DIN-Norm im 1. Feld eingetragen:
DIN 7708: Pheno- und Aminoplastformmassen, Kaltpreßmassen
DIN 16913: Polyesterharzmatten (Prepreg)
DIN 16946: Gießharzformstoffe
DIN 16926: Dekorative Schichtpreßstoffplatten A
DIN 7735: Hartpapier-, Hartgewebe-, Hartmattenschichtpreßstoffe
DIN 7737: Vulkanfiber
Falls zweckmäßig, werden diese Typkennzeichnungen durch das Basis-polymerkurzzeichen ergänzt (z.B. MF152) sowie im Umfang reduziert (z.B. Vf311 statt Vf3111).
Im 2. Feld werden ggf. Informationen über Stoffbildungsverfahren u./o. stofflicher Zusammensetzung durch folgende Buchstabenbedeutungen vermittelt:
B: Blockpolymerisat
C: chloriert
E: Emulsionspolymerisat
G: Gießharz
H: Homopolymerisat
L: Pfropfcopolymerisat
M: Massepolymerisat
N: Novolak
P: weichmacherhaltig
Q: Polypropylen-Olefinelastomer-Mischung
R: Statistisches Copolymerisat;Resol
S: Suspensionspolymerisat
U: weichmacherfrei
Bei Angabe mehrerer Merkmale werden diese durch Komma getrennt z.B. PVC-U,S).
Das 3. Feld dient zur Angabe charakteristischer Polymereigenschaften durch Kombination aus folgenden Buchstabenzeichen:
D: Dichte
F: flexibel, weich
H: hoch
I: schlagzäh
L: linear, niedrig
M: Masse, mittel, molekular
N: normal
U: ultra
V: sehr
W: Gewicht
X: vernetzt, vernetzbar
Beispiele:
ultrahochmolekular - UHMW
linear u. niedrige Dichte - LLD
sehr weich - VF
hochschlagzäh - HI
Die Gleichheit einiger Buchstaben mit denen des 2. Feldes führt nicht zu Mißdeutungen, da sie als Einzelzeichen nicht auftreten können.
Im 4. Feld werden erforderlichenfalls Sondereigenschaften der Kunststoffe angezeigt, die durch spezielle Ausrüstung u./o. Aufbereitung bzw. durch chemische Modifizierung erzielt werden:
AR: besonders geringer Reibwiderstand u./o. große Verschleißfestigkeit
CR: besonders chemikalienbeständig
FR: Brandschutzausrüstung
GC: besonders für galvanochemisches Metallisieren geeignet
RM: modifiziert für reduzierte Wasseraufnahme (Reduced Moisture)
T: erhöht transparent
Y: elektrisch leitfähig (Volumenwiderstand unter 1000 W·cm)
Z: antistatische Ausrüstung
Eine Verwechslung des Kurzzeichens CR mit der gleichen Abkürzung für Polymere enger Molmasseverteilung (controlled rheology) ist nicht möglich, da in PolSelec rheologische Eigenschaften unberücksichtigt bleiben. Treffen für den Kunststoffgrundtyp mehrere Sondereigenschaften zu, so sind diese durch Komma getrennt im 4. Feld eingeschrieben (z.B. PC-AR,FR).
Block 2
Typcharakteristische Eigenschaften können im 2. Block durch Klassenzuordnung oder Zahlenwertbereiche angegeben werden. Dabei handelt es sich in PolSelec hauptsächlich um folgende Eigenschaften:
• Werkstoffdichte in g/ccm bei 23° D...
• Brandklassen nach UL94: V0, V1, V2
• Formbeständigkeitstemperatur in °C nach DIN 53461: HDT/A..., HDT/B...
• Martenstemperatur in °C nach DIN 54462: MT...
• Vicattemperatur in °C nach DIN ISO 306: VST/A..., VST/B...
• Shorehärte A oder D nach DIN 53505: SH/A..., SH/D...
• Kugeldruckhärte in N/mm² nach DIN 53456: H...
Block 3
Der 3. Block ist zur Kennzeichnung der Art, Beschaffenheit und Menge von Zusatzstoffen, insbesondere von Füll- und Verstärkungsstoffen, vorgesehen. Mengenangaben erfolgen in Masseprozent als Festwerte oder Bereiche. Arten und Formen der Zusatzstoffe werden durch Buchstaben bzw. Buchstabenkombinationen nach ISO 1043 bezeichnet, wobei Erweiterungen dieses Bezeichnungssystems für PolSelec erforderlich sind:
AF: Asbestfaser
AP: Asbestpapier
AT: Asbestschnüre
AW: Asbestgewebe
CF: Kohlenstoffaser
CB: Ruß
CG: Graphit
CR: Kohlenstoffaserstränge
CW: Kohlenstoffasergewebe
COC: Baumwollgewebeschnitzel
COF: Baumwollfaser, -flocken
COW: Baumwollgewebe
GB: massive Glasmikrokugeln
GHB: hohle Glasmikrokugeln
GD: Glaspulver
GF: Glasfaser
GFC: chemisch gekoppelte Glasfaser
GG: Glasfasermahlgut, sehr kurze Glasfaser
GK: Glasfasergewirke
GM: Glasfasermatten und mattenanaloge Strukturen
GR: Glasfaserroving,Unididirektionalglasgewebe
GS: Langglasfaserverstärkte Stäbchenformmasse (nur Duromere)
GW: orthogonale Glasfasergewebe und -gelege
K: Kreide, Calciumcarbonat
LC: Cellulosepapierschnitzel
LF: Cellulosefaser, -flocken
LGF: Langglasfaser
LGFC: chemisch gekoppelte Langglasfaser
LP: Cellulosepapier
M: unspezifizierte Mineralien
PD: Glimmerpulver
PS: Glimmerschuppen,-blättchen
PP: Glimmerpapier, -folie
RF: Aramidfaser
RM: Aramidfasermatten
RR: Aramidfaserstränge
RW: orthogonale Aramidfasergewebe
SC: Syntheticgewebeschnitzel
SF: Syntheticfaser
SK: Syntheticgewirke
SM: Syntheticmatten und -gelege
SW: orthogonale Syntheticgewebe
SR: Syntheticfaserstränge, Unidirektionalsyntheticgewebe
T: Talkum
WD: Holzmehl
WC: Holzschnitzel, -späne
WV: Holzfurniere
Bei allen vorstehend nicht aufgeführten bzw. nicht genau spezifizierten Zusatzstoffen kann erforderlichenfalls die Stoffbezeichnung durch genormte bzw. branchenübliche Kurzzeichen (z.B. Kurzzeichen für Metallegierungen, Weichmacherkurzzeichen nach DIN 7723) oder bei chemisch hinreichend definierten Stoffen durch die chemische Bruttoformel (z.B. Reineisen=Fe, Bariumsulfat bzw. Schwerspat = BaSO4) angegeben werden. Auch die Stoffbezeichnung durch Textname in Großschreibweise ist möglich. Polymerzusätze, die nicht als Blendbestandteile anzusehen sind (z.B. PTFE, Silikon), werden wie andere Zusatzstoffe bezeichnet. Falls erforderlich, wird Form und Beschaffenheit der Zusatzstoffe, getrennt durch "-", hinter der Stoffbezeichnung mit folgenden Buchstabenbedeutungen angegeben:
B: Kugeln, Perlen, Linsen
C: Schnitzel, Späne
D: Mehl, Pulver, Gries
F: Faser, Faserbüschel, Flocken
G: Fasermahlgut
H: Whiskers
K: Gewirke
M: Matten, Vliese
P: Papier, Folie
R: Roving, Stränge, Drähte, Unidirektionalverstärkung allg.
S: Blättchen, Schuppen
V: Furnier
W: Gewebe, Gelege
Beispiele:
Aluminiumpulver: Al-D
Aluminiumhydroxid: Al(OH)3
Polycaprolactamgewebe: PA6-W
Dioctylphthalat: DOP
Metallwhisker allgemein: METALL-H
Stahlfaserbüschel: St-F
Titanweiß, Titandioxid: TiO2
Die Angabe der Zusatzstoffe im 3. Block ist in folgenden Varianten möglich:
1.) EIN ZUSATZSTOFF:
• - Ohne Mengenangabe (z.B. PE-HD-Z...CB)
• - Prozentualer Masseanteil als Festwert oder Bereich (z.B. PA6...GF30, PA6...GF30±5)
2.) MEHRERE ZUSATZSTOFFE:
• Ohne Mengenangabe (z.B. PE-UHMW...Al-D+CG)
• Pauschaler prozentualer Gesamtmasseanteil als Festwert oder Bereich (z.B. EP...(GF+M)65, EP...(GF+M)65±5)
• Differenzierte prozentuale Masseanteile als Festwerte oder Bereiche (z.B. PP...GF20+T15, PP...GF15±5+T10±5)
• Verschiedene Zusatzstoffe in geringen Anteilen alternativ einzeln oder kombiniert (z.B. POM-AR...SILIKON,MoS2).